Das Gigaset GS110 bietet mit seinem Preis um die 100 Euro ein gutes Preisleistungsverhältnis. Im Test hat uns das kontrastreiche und farbenreiche Display durchaus positiv überrascht, auch wenn die Auflösung etwas mager ist. Der Käufer bekommt für das Einsteigersmartphone eine ordentliche Leistung, Android 9 (Go-Edition), USB Type-C und eine Schnellladefunktion.

Wie es in der Preisklasse üblich ist konnte der Kamera überhaupt nicht überzeugen. Überbelichtete Fotos am Tag, unscharfe und detailarme Fotos in der Dunkelheit. Wer Wert auf eine gute Kamera legt, der wird kaum Alternativen in dieser Preisklasse finden. Für alle Anderen ist das Gigaset GS110 ein solides Einsteiger-Smartphone.

Fazit zum Gigaset GS110 Test
  • Positiv
  • Kontrastreiches und helles Display
  • Gute Performance
  • Schnellladefunktion
  • Negativ
  • Kamera kaum zu gebrauchen
  • Akkulaufzeit

Gigaset GS110: Testwertung

TechBone-Wertung 71%
Preis/Leistung Gut

Das Testergebnis setzt sich aus folgenden Wertungen zusammen:

Akku 75%
Display 80%
Kamera 50%
Leistung 75%
Ausstattung 75%

Gigaset GS110: Das Einsteiger-Modell im Test

Das deutsche Unternehmen aus Bocholt hat die Sommerpause genutzt um seine neue Smartphone-Modelle vorzustellen. Dazu gehört auch das günstige Einsteiger-Gerät GS110 mit Android 9 Go-Edition. Anderst als das neu angekündige GS195 wird der kleine Bruder nicht in Deutschland hergestellt.

Zum Aktionspreis von 99 Euro und zusätzlicher 32GB Speicherkarte haben wir uns ein Exemplar gekauft. Interessant in dieser Preiskategorie dürfte sicher der 3000 mAh große Akku mit Schnellladefunktion sein, der auch über ein USB Type-C Anschluss geladen wird. Doch die Akkulaufzeit ist sicher kein alleiniger Kaufgrund. So schauen wir uns auch alle anderen Teile des Gigaset GS110 im Test an.

Lieferumfang

Weniger könnte im Lieferumfang des Gigaset GS110 kaum sein. Neben dem Smartphone selbst gibt es lediglich das Ladegerät und USB-Kabel sowie eine Schnellstartanleitung in diversen Sprachen. Durch den austauschbaren Akku wird auch keine SIM-Nadel benötigt.

Wie es bei Gigaset üblich ist, befindet sich auf dem Display eine Folie die auf Tasten und Funktionen hinweist. Bei den heutigen leicht brüchigen Displays wäre es schön gewesen, wenn bereits eine Schutzfolie auf dem Bildschirm vorhanden wäre, die fehlt leider und muss extra erworben werden.

Erster Eindruck

Ein Smartphone mit einem V-Notch-Display sieht ja in der Regel immer schick aus. Auch das Gigaset GS110 gefällt mir auf dem ersten Blick sehr gut. Die Ränder um das Display sind, abgesehen vom Unteren, gleichmäßig, im Vergleich zu anderen Geräten aber etwas breiter. Ganz randlos ist das GS110 also nicht, was aber bei dem Preis nicht zu erwarten ist.

Ein wechselbarer Akku ist für viele ein Kaufkriterium. Dies hat zwar Vorteile, doch der abnehmbare Deckel ist dagegen ein Nachteil. Der ist selbstverständlich aus Kunststoff. Was mich an abnehmbaren Rückseiten stört, sind meist die breiten Ränder. Beim Gigaset GS110 sind diese für mein Empfinden stark ausgeprägt. Hält man das Smartphone in der Hand, stört das in keinster Weise. Doch hebt man es am Rand oder begutachtet es, fällt das stark auf. Das GS110 ist mit 9,7 mm nicht gerade ein schlankes Gerät und trotzdem steht die Kamera etwas aus der Rückseite heraus. Gigaset hat das Problem der wackelden Smartphones abder gut gelöst. Denn die Kamera liegt nah am Rand wodurch diese Außen mehr absteht als Innen. So wackelt das Smartphone nicht, wenn es auf dem Tisch liegt.

Bildschirm

Große Bildschirme waren mal im Trend bis sie quasi zum Standard wurden. So bietet auch das GS110 von Gigaset ein 6,1 Zoll großer Bildschirm an. Technisch versierte Nutzer würden bei einer Auflösung von 1200 x 600 Pixel wohl lachen. Bei einer Pixeldichte von 233ppi auch verständlich.

Doch der Bildschirm ist das, was mich beim Gigaset GS110 etwas überrascht hat. Die Helligkeit mit 400 Candela pro Quatratmeter ist durschnittlich, und ausreichend auch mal bei Sonnenlicht den Inhalt sehen zu können. Die Darstellung ist kontrastreich wobei es etwas schärfer sein drüfte. Farben wirken auf dem Display natürlich.

Der 5-Punkt-Touchscreen arbeitet sehr präzise. Gerade bein schnellem Tippen von Texten macht er seine Arbeit fehlerfrei. In Summe habe ich in dieser Preiskategorie schon wesentlich schlechtere Displays erlebt.

Leistung

Viele sind der Meinung ein 1GB kleiner Arbeitsspeicher wäre nicht mehr Zeitgemäß. Doch Apple zeigt schon lange wie man Geräte mit wenig Arbeitsspeicher baut. Denn die Hardware ist nicht immer das Eine. Auch die Software spielt eine große Rolle. Daher gibt es im Gigaset GS110 neben dem 1GB Arbeitsspeicher auch Android 9 Pie in der Go-Edition. Eine optimierte Android-Version die für Geräte mit wenig Arbeitsspeicher gedacht ist.

Bei alltäglichen Aufgaben wie Telefonieren, nutzen der üblichen Apps wie WhatsApp, Facebook etc. macht das Gigaset GS110 eine sehr gute Figur. Apps werden schnell gestartet und auch sonst gibt es keine Ruckler im laufenden Betrieb.

Werden allerding rechenintensive oder grafisch anspruchsvolle Apps genutzt, bringt auch das bestoptimierte Betriebssystem nichts. Spiele wir beispielsweise Angry Birds 2 oder Asphalt 8 können zwar nahezu ruckelfrei gespielt werden, die Ladezeiten zwischen einzelnen Levels dagegen sind der Horror. Da spielt natürlich auch der 8-Kern Prozessor SC9863A von Spreadtrum eine Rolle.

Das Gigaset GS110 ist mit einem 16GB internen Speicher ausgestattet. Der ist in dieser Preisklasse und mit dem Betriebssystem ganz üblich. Wer mehr Speicher benötigt, der kann den Speicher mittels einer Speicherkarte bis zu 256GB erweitern.

Android

Als Betriebssystem kommt wie bereits erwähnt Android 9 in der Go-Edition zum Einsatz. Bei dieser Version ist Android auf das nötigste abgespeckt. So ist beispielsweise Google Maps nicht als App installiert sondern es wird die Webversion. So gibt es auch keinen eigenen Launcher von Gigaset und es gibt regelmässig Sicherheitsupdates seitens Android.

Während dem ausführlichem Testen sowie der alltäglichen Nutzung gab es keine Probleme mit dem Betriebssystem. Stabil, zuverlässig und flüssig - so wie es eben sein soll. Ob Gigaset dem GS110 mal ein Update auf Android 10 spendieren wird, ist noch offen.

Kamera

Die Kamera... Ja die Kamera ist meist das große Problemkind eines Smartphones. Gerade wenn es in die Preisklasse unter 200 Euro geht. Denn hier sparen Hersteller an jedem Pixel oder Sensor. Im Gigaset GS110 steckt eine 8 Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED Blitz. Was ich schon einmal gut finde, dass Gigaset hier keine Dual-Kamera verbaut. Denn abgesehen von einem Bokeh-Effekt bringen die rein gar nichts.

Nichts desto trotz kann die Kamera nicht überzeugen. Fotos werden ständig überlichtet was gerade bei dynamischen Szenen der Fall ist. Bei Einsteiger-Smartphones kommt es gerne dazu, das die Ränder unscharf werden. Beim Gigaset GS110 kann man das zwar nicht behaupten, denn das ganze Bild wirk unscharf und detailarm. Durch die über- oder unterbelichtung werden auch Farben nicht so kräftig dargestellt. Die besten Bilder kann man dann machen, wenn es draußen bewölkt ist. Wird es allerdings dunkel, so braucht man die Kamera gar nicht mehr starten.

Das selbe Spiel gilt auch bei Videos. Die lassen sich zwar in Full-HD aufnehmen. Doch auch hier tauchen die Belichtungsprobleme auf. In manchen Szenen kommt dann auch das Flimmern dazu.

Akku

Gigaset verpasst dem GS110 einen wechselbaren Akku mit einer stolzen Kapazität von 3000 mAh. Als feines Leckerli gibt es sogar noch eine Schnellladefunktion mit dazu. Im PCMark Akku-Benchmark schafft das Smartphone eine Laufzeit von 4 Stunden und 53 Minuten und reiht sich damit um den Platz 1000 ein. Damit kommt man zwar locker über ein bis zwei Tage ohne Aufladen hinweg, bei einem Akku mit 3000 mAh aber nicht gerade eine gute Leistung. Der Hauptgrund dafür darf sicher beim großen Display gesucht werden. Gerade wenn die Helligkeit auf das Maximum eingestellt ist.

Der Trostpreis dafür ist ganz gewiss die Schnellladefunktion die im Einsteigersegment noch nicht wirklich angekommen ist. Somit können wir das Gigaset GS110 in 3 Stunden wieder aufladen. Ebenfalls positiv anzusprechen wäre hier der USB Type-C Anschluss. Zwar mit USB 2.0, doch wirklich relevant ist das nur für Vielübertrager auf den PC.

Konnektivität

Das Gigaset GS110 unterstützt Dual-SIM mit zwei Nano SIM-Karten. Dabei handelt es sich um echtes Dual-SIM, die optionale Speicherkarte nimmt also keinen SIM-Steckplatz ein. Alles wichtige Frequenzen werden vom GS110 abgedeckt, genauso wie das Band 20 für den besten LTE-Empfang. Während dem Tests mit dem Gigaset GS110 gab es mit dem Netzempfang keinerlei Probleme. Die Gesprächsqualität ist gut wobei man diese nochmals mot VoLTE verbessern könnte, wenn es im jeweiligen Vertrag mit dabei ist. Der Lautsprecher reicht zwar zum Telefonieren, bei Musik kommt leider nur blechernen Sound heraus.

Der WLAN-sowie GPS-Empfang ist akzeptabel. Da aber kein E-Kompass vorhanden ist, ist das Smartphone zur Fußgängernavigation nicht zu empfehlen. Wir man es in der Preisklasse kennt, werden auch nur die nötigsten Sensoren wie der Lagesensor, Näherungssensor sowie der Helligkeitssensor verbaut.

 

Zum Fazit & Testergebnis

Noch Fragen?

Du hast noch eine Meinung oder Frage zum Thema "Gigaset GS110 - Gigaset GS110 im Test"? Hier hast du die Möglichkeit: