Die Gesichtserkennung zählt neben dem Fingerabdrucksensor zu den biometrischen Entsperrmethoden auf Huawei-Smartphones. Statt eine PIN oder ein Muster einzugeben, genügt ein Blick auf das Display, das Gerät prüft dabei automatisch, ob die erfassten Gesichtszüge zum gespeicherten Profil passen.
Wie die Erkennung technisch abläuft
Bei der ersten Einrichtung nimmt die Frontkamera mehrere Aufnahmen des Gesichts auf und wandelt sie in ein digitales Referenzprofil um, das ausschließlich lokal auf dem Gerät liegt. Sobald der Bildschirm aktiviert wird, vergleicht das System die aktuelle Kameraaufnahme mit diesem Profil. Stimmen die Merkmale überein, entsperrt sich das Smartphone ohne weitere Eingabe. Der gesamte Abgleich läuft in Sekundenbruchteilen, sodass der Vorgang im Alltag kaum auffällt.
Wofür sich die Funktion eignet
Die Gesichtserkennung ist vor allem dann praktisch, wenn das Smartphone häufig kurz zur Hand genommen wird, etwa um eine Nachricht zu lesen oder eine App zu öffnen. Da keine Berührung des Displays nötig ist, funktioniert sie auch mit nassen oder verschmutzten Händen zuverlässiger als der Fingerabdrucksensor. In Kombination mit einer Funktion, die den Bildschirm beim Anheben des Geräts automatisch aktiviert, entfällt sogar der Tastendruck zum Aufwecken.
Anpassungsmöglichkeiten in EMUI
EMUI bietet über die Face-Scan-Einstellungen mehrere Optionen, die über das reine Entsperren hinausgehen. Dazu gehört die Möglichkeit, nach erfolgreicher Erkennung direkt zum Startbildschirm zu wechseln, anstatt zunächst auf dem Sperrbildschirm zu verbleiben. Ebenso lässt sich ein zweites Erscheinungsbild hinterlegen, etwa mit Brille oder anderer Frisur, damit die Erkennung auch bei verändertem Aussehen zuverlässig funktioniert. Diese Zusatzoptionen machen die Funktion flexibler, ohne die Einrichtung selbst zu verkomplizieren.
Grenzen der Gesichtserkennung
Die Funktion arbeitet ausschließlich mit den Bilddaten der 2D-Frontkamera und bietet dadurch ein geringeres Sicherheitsniveau als ein Fingerabdrucksensor oder eine komplexe PIN. Bei schwachem Licht, starker Gegenlichtsituation oder getragener Maske erkennt das System das Gesicht oft nicht korrekt, sodass ein Rückgriff auf Passwort oder Fingerabdruck nötig wird. Aus diesem Grund bleibt mindestens eine alternative Entsperrmethode auf jedem Gerät aktiv, auf die bei Erkennungsproblemen automatisch zurückgegriffen werden kann. Wer sensible Daten besonders schützen möchte, sollte die Gesichtserkennung eher als komfortable Zusatzoption und nicht als alleinige Sicherheitslösung betrachten.