Die Bildschirmsperre eines Xiaomi-Smartphones regelt nur, wer das Gerät überhaupt aufwecken darf. Ist dieser erste Schritt einmal erledigt, öffnen sich alle Apps ohne weitere Prüfung. Genau an dieser Stelle setzt die App-Sperre an: Sie legt sich als zweite Schutzschicht über einzelne, frei wählbare Apps.
Ausgewählt werden typischerweise Apps mit sensiblen Inhalten, etwa Messenger, Galerie, E-Mail-Programme oder Banking-Anwendungen. Für jede dieser Apps fragt das System beim Öffnen einen separaten Code ab, bevor Inhalte sichtbar werden. Apps ohne schützenswerte Daten lässt man üblicherweise unangetastet, da jede zusätzliche Abfrage die Bedienung verlangsamt.
Eigene Entsperrmethode, unabhängig vom Gerätecode
Die App-Sperre nutzt einen eigenständigen Code, der nicht mit dem Muster, der PIN oder dem Passwort der Bildschirmsperre identisch sein muss. Das erhöht den Schutz zusätzlich: Selbst wer den Gerätecode kennt oder beobachtet hat, gelangt ohne den separaten App-Code nicht in die gesperrten Anwendungen. Ergänzend lässt sich Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung hinterlegen, sodass im Alltag meist keine manuelle Eingabe nötig ist.
Zeitpunkt der Abfrage steuern
Ein zweiter wichtiger Baustein ist der Moment, in dem die Sperre tatsächlich aktiv wird. Je nach Einstellung erscheint die Abfrage sofort beim Verlassen der App oder erst, nachdem die App eine Weile im Hintergrund lag. Wer eine App nur kurz wechselt, etwa um eine Nachricht zu kopieren, muss den Code dann nicht bei jedem Rückkehren erneut eingeben. Wer maximale Sicherheit will, stellt die sofortige Sperre ein und nimmt die häufigere Abfrage in Kauf.
Mi-Konto als Absicherung gegen Aussperrung
Bevor die App-Sperre eingerichtet wird, lohnt sich ein Blick auf das verknüpfte Mi-Konto. Nur über dieses Konto lässt sich der App-Sperre-Code später zurücksetzen, falls Muster, PIN oder Passwort in Vergessenheit geraten. Fehlt die Kontoverknüpfung, bleibt der Zugriff auf die betroffenen Apps im Ernstfall dauerhaft verwehrt, ein einfaches Zurücksetzen über das Gerät selbst ist dann nicht vorgesehen.
Grenzen der Funktion
Die App-Sperre verschlüsselt keine App-Daten. Sie blockiert lediglich den direkten Zugriff über die Benutzeroberfläche des Smartphones. Wer Daten über andere Wege ausliest, etwa über einen Dateimanager oder eine Cloud-Verbindung, umgeht diesen Schutz. Für den alltäglichen Fall eines kurzzeitig unbeaufsichtigten, aber entsperrten Geräts reicht die Funktion trotzdem aus, um neugierige Blicke auf einzelne Apps zuverlässig fernzuhalten.