Der Fingerabdruckscanner gehört zu den biometrischen Entsperrmethoden auf Xiaomi-Smartphones und ergänzt die klassische Bildschirmsperre über Muster, PIN oder Passwort. Er ersetzt diese Methoden nicht vollständig, sondern tritt als schnellere Alternative daneben – die ursprüngliche Sperrmethode bleibt als Rückfalloption erhalten, etwa wenn der Sensor einen Finger einmal nicht erkennt.
Technisch handelt es sich um einen kapazitiven Sensor, der meist direkt in der seitlichen Ein/Aus-Taste verbaut ist. Beim Drücken der Taste liest er die Fingerkuppe aus und vergleicht das Muster mit den zuvor gespeicherten Referenzwerten. Läuft der Abgleich erfolgreich, entsperrt sich das Gerät ohne weitere Eingabe.
Wofür der Fingerabdruck genutzt wird
Die naheliegendste Anwendung ist das Entsperren des Sperrbildschirms. Statt jedes Mal ein Muster zu zeichnen oder eine PIN einzutippen, reicht ein kurzer Druck auf die Taste mit dem passenden Finger.
Darüber hinaus lässt sich der Sensor für die App-Sperre einsetzen. Wer bestimmte Apps – etwa Banking- oder Messenger-Apps – zusätzlich absichert, kann den Zugriff darauf ebenfalls über den Fingerabdruck freigeben, statt ein separates Passwort zu hinterlegen. Das spart bei häufig genutzten Apps deutlich Zeit.
Mehrere Finger, mehrere Nutzer
Ein einzelner gespeicherter Fingerabdruck reicht oft nicht aus. Wer das Smartphone mal mit links, mal mit rechts entsperrt, sollte beide Daumen oder Zeigefinger registrieren. Auch für Familienmitglieder mit gemeinsamer Gerätenutzung lassen sich zusätzliche Abdrücke anlegen, sofern das Sicherheitskonzept das zulässt.
Jeder gespeicherte Fingerabdruck erhält einen eigenen Eintrag, der sich umbenennen lässt – praktisch, um bei mehreren Einträgen den Überblick zu behalten, welcher Finger oder welche Person hinterlegt ist.
Grenzen und typische Störquellen
Die Erkennungsrate hängt stark von der Sauberkeit des Sensors und der Fingerkuppe ab. Feuchtigkeit, Schweiß, Cremes oder Staub auf der Taste verringern die Trefferquote merklich. Auch Verletzungen oder sehr trockene Haut können dazu führen, dass ein zuvor problemlos erkannter Finger plötzlich öfter abgelehnt wird.
Schutzhüllen oder Displayfolien, die den Bereich um die Ein/Aus-Taste verdecken, beeinträchtigen die Erkennung ebenfalls. In solchen Fällen hilft oft schon das Entfernen der Abdeckung an der betroffenen Stelle.
Sicherheitsaspekt
Biometrische Daten wie Fingerabdrücke werden auf dem Gerät in einem geschützten Speicherbereich abgelegt und nicht als Rohbild gespeichert, sondern als mathematischer Vergleichswert. Ein Angreifer kann daraus keinen originalen Fingerabdruck rekonstruieren. Dennoch bleibt die hinterlegte Bildschirmsperre wichtig, da sie bei technischen Problemen mit dem Sensor die einzige verbleibende Zugriffsmöglichkeit darstellt.