Die Kamera-App auf Xiaomi-Geräten mit HyperOS oder MIUI trennt zwei Ebenen strikt voneinander: den Sucher für die eigentliche Aufnahme und ein eigenes Einstellungsmenü für alles, was diese Aufnahme steuert. Wer nur den Auslöser kennt, übersieht damit automatisch mehrere Funktionen, die im Alltag echten Unterschied machen – von der Bildqualität bis zum Speicherort der fertigen Datei.
Was in den Kamera-Einstellungen gesteuert wird
Das Menü fasst alle Optionen zusammen, die sich auf zukünftige Fotos und Videos auswirken, aber nicht direkt im Sucher sichtbar sind. Dazu gehören unter anderem die Auflösung der Aufnahmen, die HDR-Verarbeitung bei kontrastreichen Motiven und ein einblendbares Raster zur Bildkomposition. Jede dieser Optionen lässt sich unabhängig von den anderen aktivieren, deaktivieren oder anpassen.
Bildqualität gezielt anpassen
HDR gleicht starke Helligkeitsunterschiede innerhalb eines Fotos aus, etwa bei Gegenlicht oder Aufnahmen mit hellem Himmel und dunklem Vordergrund. Weil diese Verarbeitung Rechenzeit kostet und das Bild leicht verändert, lässt sie sich getrennt von der übrigen Bildqualität schalten. Das Kamera-Raster wiederum hat keinen Einfluss auf die Bildqualität selbst, sondern hilft nur bei der Ausrichtung: Es zeigt Hilfslinien im Sucher an, mit denen sich Horizont und Bildaufbau leichter gerade halten lassen.
QR-Codes ohne separate App scannen
Eine oft übersehene Funktion in den Kamera-Einstellungen ist die automatische QR-Code-Erkennung. Ist sie aktiviert, erkennt die Kamera-App QR-Codes direkt im Sucher und bietet die passende Aktion an, ohne dass eine zusätzliche Scanner-App installiert werden muss. Das spart einen Umweg über den Play Store, wird aber nur dann aktiv, wenn die Option vorher bewusst eingeschaltet wurde.
Auslösen ohne den Bildschirm zu berühren
Ein weiterer Bereich der Kamera-Einstellungen regelt, wie ein Foto überhaupt ausgelöst wird. Neben dem klassischen Auslöser im Display lässt sich die Aufnahme häufig auch über die Lautstärketasten oder – je nach Gerät – über den Fingerabdrucksensor starten. Gerade bei Selfies oder Aufnahmen vom Stativ verhindert das ein Wackeln durch den Bildschirmkontakt, weil die Hand das Gehäuse nicht zusätzlich berühren muss.
Speicherort: interner Speicher oder SD-Karte
Bei Modellen mit microSD-Kartenslot findet sich in den Kamera-Einstellungen zusätzlich die Wahl des Speicherorts. Fotos und vor allem Videos in hoher Qualität lassen sich direkt auf die Speicherkarte schreiben statt in den internen Speicher. Das entlastet den internen Speicher merklich, besonders wenn regelmäßig in hoher Auflösung gefilmt wird. Ist keine SD-Karte eingelegt, bleibt diese Option ausgegraut oder erscheint im Menü gar nicht.
Alle beschriebenen Einstellungen wirken sich ausschließlich auf zukünftige Aufnahmen aus. Bereits gespeicherte Fotos und Videos werden durch eine spätere Änderung der Kamera-Einstellungen nicht nachträglich verändert.