Neben den freigegebenen Kids-Apps enthält Amazon Kids einen eigenen Webbrowser. Darüber gelangen Kinder auf beliebige Webseiten im Internet, nicht nur auf kuratierte Inhalte aus dem Kids-Katalog. Für Eltern ist dieser Bereich besonders wichtig, weil er den kontrollierten Rahmen der Kindersicherung an einer Stelle wieder öffnet.
Der eingebaute Filter arbeitet mit hinterlegten Kategorien und Sperrlisten. Bekannte Seiten mit ungeeigneten Inhalten werden dadurch zuverlässig blockiert. Bei neuen, selten besuchten oder frisch registrierten Domains stößt dieser Mechanismus jedoch an Grenzen, da solche Adressen noch nicht in den Filterlisten erfasst sind. Ein Restrisiko bleibt deshalb bestehen, unabhängig davon, wie aktuell die Kindersicherung ist.
Was passiert bei einer blockierten Seite?
Stuft das System eine Webseite als ungeeignet ein, zeigt der Browser eine Sperrmeldung an. Das Kind kann die Seite nicht aufrufen und muss zu einer anderen Adresse wechseln. Eine Möglichkeit, eine gesperrte Seite direkt am Tablet freizuschalten, gibt es bewusst nicht – diese Entscheidung liegt vollständig bei den Eltern.
Kontrolle über das Eltern-Dashboard
Die eigentliche Steuerung des Browserzugriffs findest du nicht auf dem Kindgerät, sondern im Eltern-Dashboard. Dort lassen sich einzelne Webadressen hinterlegen, die für ein bestimmtes Kinderprofil dauerhaft gesperrt werden. Das ist sinnvoll, wenn eine konkrete Seite trotz Filter auffällt oder wenn du bestimmte Inhalte grundsätzlich ausschließen willst, auch wenn sie technisch nicht als ungeeignet erkannt werden.
Diese Sperrungen wirken profilspezifisch. Für ein anderes Kinderprofil auf demselben Tablet kannst du unabhängig davon eigene Regeln festlegen, etwa wenn ältere und jüngere Kinder dasselbe Gerät nutzen.
Browser komplett deaktivieren
Wer den Filter grundsätzlich als nicht ausreichend ansieht, kann den Webbrowser für ein Profil vollständig sperren. Damit entfällt jeder Zugriff auf externe Webseiten, unabhängig vom Filterstatus einzelner Adressen. Das Kind bleibt dann ausschließlich innerhalb der freigegebenen Apps und Inhalte aus dem Kids-Bereich.
Diese Einstellung eignet sich besonders für jüngere Kinder, bei denen ein offener Internetzugang noch nicht notwendig ist. Für ältere Kinder, die gezielt recherchieren sollen, ist die Kombination aus aktiviertem Browser und einzelnen Seitensperren meist praktikabler.
Praktischer Hinweis
Da der automatische Filter neue Seiten nicht sofort erkennt, lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die Browsereinstellungen des jeweiligen Kinderprofils. Auffällige Adressen lassen sich so nachträglich ergänzen, bevor sie zum wiederkehrenden Problem werden. Wer maximale Sicherheit will, verzichtet ganz auf den Browser und setzt ausschließlich auf geprüfte Kids-Inhalte.
